Aloe Vera mit Vitamine
Juli 23, 2008Sie ist zäh und wenig biegsam, ihre Blätter sind von einer Wachsschicht umhüllt. Am Rand haben sie sich mit dünnen Dornen bewaffnet. Sie ist unauffällig, nicht gerade schön und dabei wirkt sie ein wenig plump, die Aloe Vera. Sie erinnert an eine Kaktuspflanze, sieht aus wie eine Agave und doch gehört sie zur Familie der Liliengewächse wie Zwiebel oder Knoblauch. Sie stammt aus den subtropischen Wüstenregionen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas wo sie in den Tausenden von Jahren ihrer Entwicklung gelernt hat, ihr kostbares Inneres vor Umwelteinflüssen zu schützen: sie bildet ihre Nährstoffe selbst und speichert das Wasser, das sie zum Überleben braucht. Von den etwa 300 Pflanzenarten gilt die “Aloe Vera barbadensis miller” als die wirkungsvollste, als Aloe Vera bezeichnet man das gelartige Innere der Pflanze.
In den vergangenen Jahren hat die Aloe Vera einen Boom erlebt. Ihren Inhaltsstoffen sagt man Wunder nach. Angeblich strotzt die „Wüstenlilie“ nur so vor Nährstoffen wie z.B. Vitaminen, Flavonoide, Aminosäuren und Mineralien und soll sich hervorragend als Nahrungsergänzung eignen. Bis zu 300 verschiedene Inhaltsstoffe sollen in dem Liliengewächs stecken.
Wahre Wunder werden denjenigen versprochen, die Aloe Vera-Säfte trinken. Die Lilie aus der Wüste soll die Selbstheilungskräfte stärken und laut Werbung bei Krankheiten von A-Z hilfreich sein: von Allergien, über Diabetes, Krebs oder Zwölffingerdarmgeschwüren. Doch auch wenn manche Ärzte Aloe Vera einsetzen, Wissenschaftler fanden bislang keine entsprechenden Belege für die behaupteten Heilwirkungen. Aloe Vera als Einsatz gegen alles Mögliche gibt es einfach nicht. Dagegen sind hautpflegende Eigenschaften sowie eine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung bei äußerlicher Anwendung erwiesen.
Georg Tramsen